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1 Duale Gesamtbanksteuerung

Im Fokus der kapitalmarktorientierten Steuerung in der HVB Group steht die Investition und der wertorientierte Einsatz unserer Kapitalressourcen in Geschäftsaktivitäten mit attraktiven Rendite-Risiko- Relationen. Im Rahmen des dualen Steuerungsprinzips werden den Divisionen sowohl regulatorisches Kapital im Sinne von gebundenem Kernkapital als auch Risikokapital zugeteilt. Beide Ressourcen sind mit Verzinsungsansprüchen belegt, welche von den Renditeerwartungen des Kapitalmarkts abgeleitet werden und von den jeweiligen Einheiten zu erwirtschaften sind. Im Jahr 2007 wird die duale Gesamtbanksteuerung weiter mit der Steuerung der UniCredit Gruppe harmonisiert.

Diagramm: Duale Gesamtbanksteuerung

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2 Aufsichtsrechtliche Kapitaladäquanz

Gebundenes Kernkapital

Von den Divisionen wird für Zwecke der Planung eine Kernkapitalunterlegung bezogen auf das Risikoaktivaäquivalent für Kredit- und Marktrisiken von durchschnittlich 6,8% eingefordert. Ferner wird auf das durchschnittlich gebundene Kernkapital – für diesen Zweck ohne Hybridkapital – der Verzinsungsanspruch abgeleitet.

Steuerung der aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalausstattung

Die Planung unseres aufsichtsrechtlichen Eigenkapitals erfolgt anhand folgender drei Kapitalquoten, für deren Steuerung wir intern Mindestwerte festgelegt haben:

  • Kernkapitalquote (Verhältnis aus Kernkapital zu den Risikoaktiva, alternativ mit bzw. ohne Berücksichtigung der mit dem Faktor 12,5 gewichteten Marktrisikopositionen),
  • Eigenkapitalquote (Verhältnis aus Eigenkapital zu den Risikoaktiva),
  • Eigenmittelquote (Verhältnis aus Eigenmitteln zur Summe aus Risikoaktiva und den mit dem Faktor 12,5 gewichteten Marktrisikopositionen).

Weiterführende Details zu diesen Quoten in 2006 sind im Financial Review sowie in den Notes (Nummer 76) dieses Geschäftsberichts zu finden.


Risikokapital nach Portfolioeffekten
(Konfidenzniveau 99,95%)        
  2006 2005
  in Mio € in % in Mio € in %
Aufteilung nach Risikoarten        
Marktrisiko 174 2,2 278 3,4
Adressrisiko 1763 22,3 3273 39,8
Geschäftsrisiko 595 7,5 1098 13,3
Operationelles Risiko 791 10,0 1056 12,8
Risiko aus bankeigenem Immobilienbesitz 259 3,2 347 4,2
Risiko aus Anteils- und Beteiligungsbesitz 584 7,4 2181 26,5
HVB Group neu 4166 52,6    
Aufgegebene Geschäftsbereiche und zur
Veräußerung gehaltene langfristige
Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen
3751 47,4    
HVB Group gesamt 7917 100,0 8233 100,0
Risikodeckungsmasse        
HVB Group gesamt1 21947 18807  
Auslastung in %  
HVB Group gesamt1 36,1 43,8  

1 Anpassung der Vorjahreswerte wegen rückwirkender Anpassung des IFRS Ausweises.


Zur Bestimmung der angemessenen Eigenkapitalausstattung haben wir im Wesentlichen folgenden Prozess definiert:

  • Basierend auf unserer Mehrjahresplanung führen wir monatlich eine rollierende Acht-Quartale-Projektion zur permanenten Prognostizierung unserer Kapitalquoten gemäß KWG durch.
  • Das Asset Liability Committee wird monatlich über die Ist Quoten und die wesentlichen Effekte auf diese Quoten informiert und entscheidet bei spürbaren Plan-Ist-Abweichungen über entsprechende Maßnahmen.
  • Der Gesamtvorstand wird monatlich über die Risikoaktiva Budgetauslastung der Divisionen in Kenntnis gesetzt.

Risikokapital nach Portfolioeffekten
(Konfidenzniveau 99,95%)
2006 20051
in Mio € in % in Mio € in %
Aufteilung nach Divisionen
Privat- und Geschäftskunden 571 7,2 707 8,6
Wealth Management 138 1,7 116 1,4
Firmen- & Kommerzielle Immobilienkunden 688 8,7 830 10,1
Markets & Investment Banking 1545 19,5 1114 13,5
Sonstige/Konsolidierung 1224 15,5 1695 20,6
HVB Group neu 4166 52,6 4462 54,2
Aufgegebene Geschäftsbereiche und zur
Veräußerung gehaltene langfristige
Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen2
3751 47,4 3771 45,8
HVB Group gesamt 7917 100,0 8233 100,0

1 Darstellung der Vorjahreswerte gemäß der Divisionsstruktur 2006.
2 Position beinhaltet für 2005 auch die während des Geschäftsjahrs 2006 verkauften Gesellschaften.

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3 Ökonomische Kapitaladäquanz

Das von den Divisionen jeweils künftig benötigte Risikokapital wird, aufgeschlüsselt nach Risikoarten, im Rahmen des jährlichen Planungsprozesses in engem Zusammenspiel zwischen dem Bereich Risk Control und den Geschäftseinheiten ermittelt. Nach Entscheidung durch den Vorstand der HVB Group werden die Risikokapitalgrößen in den Steuerungs- und Berichtsinstrumenten der Bank verankert. Ein Soll-Ist-Vergleich wird quartalsweise erstellt und an den Chief Risk Officer berichtet.

Unser aggregiertes Risikokapital (einschließlich Fremdanteile) für die HVB Group gesamt beläuft sich nach Berücksichtigung aller Risiko mindernden Portfolioeffekte zum 31. Dezember 2006 auf 7,9 Mrd € und ist damit gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 3,8% gefallen. Davon entfällt auf die HVB Group neu 4,2 Mrd €.

Im Berichtsjahr steht die Aufgabe von Geschäftsbereichen und der Verkauf von Vermögensgegenständen auch beim Risikokapital im Fokus. Der darauf entfallende Risikokapitalwert per 31. Dezember 2006 beträgt 3,75 Mrd €. Der Rückgang gegenüber dem 31. Dezember 2005 ist hauptsächlich geprägt durch den Verkauf der BPH Group und Activest Geschäftseinheiten an die UniCredit Gruppe. Im Risikokapital der HVB Group neu macht sich besonders die Reduzierung unseres Beteiligungsbesitzes, vornehmlich durch die weitere Verminderung unseres Anteilbesitzes an der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG, auf rund 0,6 Mrd € bemerkbar. Das Risikokapital für Adressrisiko bleibt mit 1,8 Mrd € und einem Anteil von 22,3% die wichtigste Risikoposition.

Im Rahmen einer quartalsweisen Risikotragfähigkeitsanalyse stellen wir unser Risikokapital der uns zur Verfügung stehenden Risikodeckungsmasse gegenüber. Darüber hinaus erfolgt diese Tragfähigkeitsanalyse als Bestandteil unseres Planungsprozesses mit einem entsprechenden intern definierten Prognosezeitraum.

Gemäß unserer bankinternen Definition setzt sich die Risikodeckungsmasse aus IFRS Eigenkapitalkomponenten, Genussrechts- und Hybridkapital, Reserven sowie dem Ist Ergebnis zusammen. Hierbei werden die Anteile in Fremdbesitz berücksichtigt sowie der Goodwill in Abzug gebracht. Die Risikodeckungsmasse beläuft sich zum Jahresende 2006 für die HVB Group gesamt auf 21,9 Mrd € (vergleichbarer Vorjahreswert: 18,8 Mrd €). Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr resultiert vor allem aus einer höheren Rücklagendotierung, einer gestiegenen AfS Rücklage sowie geringerem Genussrechts- und Hybridkapital. Bei einem aggregierten Risikokapital von 7,9 Mrd € ergibt sich eine Auslastung der Risikodeckungsmasse von 36,1%.

Auch unter Berücksichtigung der Risikoarten spezifischen Stressergebnisse, verfügten wir auf Ebene der HVB Group gesamt während des gesamten Geschäftsjahrs über einen deutlichen Puffer in der Risikodeckungsmasse.

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4 Risikostrategie

Aufbauend auf dem Risikokapital und der Risikotragfähigkeit hat der Vorstand eine zur Geschäftsstrategie konsistente Risikostrategie für 2006 verabschiedet. Für 2007 erfolgte dies für die HVB Group neu, die bereits die Neuausrichtung innerhalb der geplanten Struktur der UniCredit Gruppe und alle relevanten Risikoarten berücksichtigt.

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